Projekt

Konzept und medienpädagogische Zielsetzung

Virtual Reality, Augmented Reality und 360-Grad-Aufnahmen boomen, sowohl in Kommunikations- und Unterhaltungsmedien, der Industrie, als auch zunehmend in sozialen Berufsfeldern. Während der Großteil der Bevölkerung diese Technologien – wenn dann – lediglich rezipierend nutzt, können sie durch die mittlerweile verhältnismäßig technisch niederschwelligen Möglichkeiten auch im Sinne der aktiven Medienarbeit eingesetzt werden. Dabei werden Medien unter anderem als Mittel zum kulturellen Selbstausdruck, zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie als Kommunikations- und Interaktionsraum gesehen. Durch die kreative Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmöglichkeiten von 360 Grad-Aufnahmen werden bei allen Beteiligten neben mediengestalterischen Fähigkeiten Reflexionen im Sinne einer Medienkritik angestoßen. So kommen im Produktionsprozess beispielsweise Fragen zu Persönlichkeitsrechten der Abgebildeten, zum Urheberrecht oder zu ästhetischen Bewertungen auf. Im Sinne eines kreativen Austauschs über Medienbildung handeln die Akteur*innen ihre Sichtweisen aus und entwickeln so nicht nur klassische Medienkompetenzen weiter, sondern ebenso ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten. Darüber hinaus regt das Projekt sowohl die an der Produktion als auch die an der Rezeption Beteiligten an, digitale Medieninnovationen – im Sinne der Mediennutzung und Medienkunde – auf explorative Art und Weise kennenzulernen und ihre Funktionsweise im Produktionsprozess zu erschließen. Inklusive Medienbildung wird dabei stets auf ihren Anspruch an Inklusion geprüft und die Methodik des Projekts kontinuierlich weiterentwickelt. Damit leistet es einen Beitrag zur Professionalisierung im Schnittfeld Inklusion und medienpädagogischer Praxis.

Arbeitsweise

„Virtuell Barrierefrei“ versteht sich als sozialraumorientiertes Projekt der kulturellen Medienbildung, bei dem in einem partizipativen Prozess 360-Grad-Aufnahmen erstellt werden. Diese entstehen im Austausch zwischen Studierenden und Menschen mit körperlichen oder räumlichen Einschränkungen sowie unterschiedlichen Personen, die Einblick in ihre Lebenswelten geben möchten. Die eindrucksvolle 360-Grad-Videoproduktionen werden anschließend im Rahmen einer Wanderausstellung Menschen in und um Reutlingen mittels VR-Brillen sowie auf dieser Homepage gezeigt. Begleitend finden Workshops statt, bei denen beispielsweise selbst gefilmt oder Cardboard-VR-Brillen gebastelt werden. Langfristig soll das Projekt den Begriff „Barriere(freiheit)“ kritisch hinterfragen, Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten geben und sich mit „Barrieren in Stadt, Land, Kopf und Herz“ auseinandersetzen, die bislang nicht als solche erkannt wurden.

Zielgruppe

„Virtuell Barrierefrei“ versteht sich als Projekt der inklusiven kulturellen Medienbildung. Der Begriff Inklusion wird hier in seiner Breite verstanden und zielt auf die Teilhabe aller Menschen – unabhängig von körperlichen Merkmalen, Kultur, Alter etc. ab. Dabei wird die Unterschiedlichkeit von Menschen als Ressource gesehen sowie die Überwindung von sozialer Benachteiligung zur Zieldimension erklärt. Damit richtet sich das Projekt bewusst nicht an einen spezifischen Kreis von Personen, sondern soll im Projektverlauf möglichst vielen Menschen Zugang zu dem Angebot ermöglichen.

Zeitrahmen und Finanzierung

Die Projektdauer ist zunächst auf den Zeitraum März 2019 bis März 2021 festgelegt, kann jedoch darüber hinaus weiterverfolgt werden.Das Projekt „Virtuell Barrierefrei“ wurde im Rahmen des medienpädagogischen Ideenwettbewerbs „idee-bw“ 2019 ausgezeichnet und durch das Staatsministerium Baden-Württemberg, bzw. die Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg gefördert.